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Studie zur Vergütung von UnternehmensjuristenNach dem erfolgreichen Examen drängen jedes Jahr circa 11.000 Juristen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Sie kommen in großen Anwaltskanzleien, beim Staat oder aber in den Rechtsabteilungen bei Unternehmen unter. Absolute Spitzenzahler sind die transatlantischen Groß- Kanzleien, doch auch die freie Wirtschaft bietet attraktive Gehälter, wenngleich hier die derzeit öffentlich diskutierten Gehaltssprünge gerade auf den Einstiegspositionen moderater ausfallen. Zudem schwankt die Vergütung von juristischen Experten in den Unternehmen stark in Abhängigkeit von der Branche. Bei einem Vergleich verschiedener Branchen, in denen die Unternehmensjuristen tätig sind, springen deutliche Unterschiede bei den Fixgehältern und den variablen Gehaltsbestandteilen ins Auge. Dies geht aus einer aktuellen Auswertung der Unternehmensberatung Towers Perrin hervor.Ein Einsteiger in einer Rechtsabteilung erhält derzeit eine durchschnittliche Gesamtzielvergütung von Grundgehalt plus Bonus in Höhe von insgesamt 46 400 Euro, das sind rund 3 400 Euro beziehungsweise acht Prozent mehr als im Vorjahr. Der Bonus ist um rund fünf Prozent von 3 700 Euro auf 3 900 Euro gestiegen. „Die positive Entwicklung – auch im Vergleich zum Vorjahr – ist auf dieser Position so stark wie sonst auf keiner Karrierestufe bei den Hausjuristen. „Dies spiegelt den gesteigerten Bedarf an Berufseinsteigern in den Unternehmen wider“, erläutert Martin Hofferberth, Manager und Vergütungsexperte bei Towers Perrin. Das durchschnittliche Einsteigergehalt fällt in den Branchen Pharma und Chemie am mit 48 200 Euro höchsten aus, gefolgt von der Konsumgüterindustrie und der Finanzdienstleistungsbranche. Mit 47 700 und 47 800 Euro Gesamtzielgehalt liegen beide Branchen auf einem vergleichbaren Niveau. In der Telekommunikations- und IT-Branche liegt das durchschnittliche Jahresgesamtgehalt für Job-Neulinge in der Rechtsabteilung unterhalb des Gesamtmarktdurchschnitts (400 Euro weniger). Auch die Gesamtvergütung der Hausjuristen mit umfassender Führungsverantwortung (Bereichsleiter) ist im Vergleich zu 2006 um circa zwei Prozent auf 149.700 Euro gestiegen, ebenso wie die Boni von 30 100 auf 30 700 Euro. Gerade auf dieser Position zeigen sich sehr deutliche Gehaltsunterschiede zwischen den einzelnen Branchen. Am wenigsten verdienen Juristen in der IT- und Telekommunikationsbranche, mit 126 300 Euro und einem Zielbonus von nur 21 800 Euro liegen sie deutlich unter dem Durchschnitt. Bereichsleiter in den Unternehmenssektoren Banken und Pharma/Chemie verdienen mit 182 700 Euro und 185 500 Euro deutlich mehr als der Durchschnitt. Absolute Spitzenverdiener sind die Kollegen in der Konsumgüterindustrie mit einem Gesamtzielgehalt in Höhe von 208 400 Euro. Diese deutliche Differenz ist vor allem auf die variablen Vergütungsanteile zurückzuführen, die mit 44 300 Euro für die juristischen Führungskräfte in der Konsumgüterindustrie sehr hoch ausfallen. Kaum Bewegung bei den Gehältern auf mittleren Karrierestufen Erfahrene Juristen konnten 2007 aus Gesamtmarktsicht mit keinem signifikant höheren Lohn rechnen. Ein Spezialist verdient mit durchschnittlich 71 800 Euro rund zwei Prozent weniger als noch im Vorjahr. Der Bonus ist sogar um rund fünf Prozent geschrumpft. Im Branchenvergleich zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei den Bereichsleitern. Rechtsspezialisten in der Konsumgüterindustrie finden sich auch auf der Spezialisten-Karrierestufe mit 84 000 Euro jährlicher Zielgesamtvergütung in der Spitzengruppe. Platz eins belegt indes die Pharma- und Chemie- Industrie mit durchschnittlich 84 700 Euro Gesamtvergütung, gefolgt von der Bankenbranche mit 78 800 Euro. Die IT-Branche bildet mit 61 300 Euro Gesamtzielvergütung das Schlusslicht. Die Boni spiegeln ein ähnliches Bild wider, wobei der Unterschied zwischen der IT- und Telekommunikationsbranche mit 5 300 Euro und der Konsumgüterindustrie mit 10 200 Euro am deutlichsten ist. Mit einem ebenfalls nur leichten Zuwachs in Höhe von einem Prozent der Gesamtvergütung im Vergleich zu 2006 sehen sich die Senior Experten konfrontiert. Im Unterschied zu den anderen Karrierestufen im Vergleich liegt der Bankenbereich mit 159 800 Euro Jahreszielgehalt an der Vergütungsspitze, was vor allen Dingen auf die variable Zielvergütung in Höhe von 32 400 Euro zurückzuführen ist. Dies entspricht rund 1 700 Euro mehr als der durchschnittliche Bonus der nächst höheren Karrierestufe, der Position eines Bereichsleiters. „Dafür scheint in der Banken-Branche die Beförderung auf die nächst höhere Stelle mit geringen Anpassungen der Boni und Gehälter verbunden zu sein“, so Vergütungsexperte Hofferberth. Die Konsumgüterbranche folgt mit 155 600 Euro und einem Bonus von 21 600 Euro, etwas weiter abgeschlagen befindet sich die Pharma/Chemie-Branche mit 122 300 Euro und einem Zielbonus von 18 000 Euro. Das Schlusslicht bildet wie auf allen Karrierestufen die ITund Telekommunikationsbranche mit 89 200 Euro, was einer Differenz zum durchschnittlichen Gesamtzielgehalt auf dieser Karrierestufe von rund 41200 Euro entspricht. Nachdem deutsche Unternehmen für das kommende Jahr branchenübergreifend eine Erhöhung ihrer Vergütungsbudgets von durchschnittlich 3,5 Prozent angekündigt haben, sieht Towers Perrin-Vergütungsexperte Hofferberth auch für Unternehmensjuristen wieder mehr Spielraum nach oben in ihrer Vergütung. „Wie in anderen Spezialbereichen auch, wird der Druck des Marktes weiter zunehmen. Experten mit gefragtem Know-how werden immer rarer. Speziell sie werden mit Blick auf die Vergütungsentwicklung sicherlich stärker profitieren als in diesem Jahr, und das auf allen Karrierestufen“, erläutert Hofferberth. Er verweist aber zugleich auf den deutlicher denn je ausgeprägten Willen der Unternehmen, Vergütungserhöhungen nicht mehr pauschal zuzugestehen, sondern insbesondere auf die Engagierten und Leistungsträger auszurichten. „Wer bereit ist, die Extra- Meile zu gehen, wird dies zukünftig auch deutlicher im Portmonee spüren“, so Hofferberth. (Artikel von Towers Perrin vom 22.1.2008) |
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