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Thema der Woche: LBBW-Manager im Visier von FahndernDie Staatsanwaltschaft sowie 240 Beamte des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und der Polizei haben die Hauptverwaltung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sowie zehn Privatwohnungen durchsucht. Auslöser der Aktion sind hohe Verluste der LBBW aufgrund von Fehleinschätzungen in der Finanzkrise. Ins Visier der Ermittler sind sechs LBBW-Vorstandsmitglieder geraten sowie der ausgeschiedene Vorstandschef Siegfried Jaschinski. Nicht betroffen ist lediglich der seit Juni amtierende Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter.Nach Angaben aus Finanzkreisen konzentrieren sich die Ermittlungen darauf, ob die Vorstände so genannte „Blindgeschäfte“ gemacht haben. Der Vorwurf lautet, die Topmanager hätten das Risiko auf den Verbriefungsmärkten nicht hinreichend im Auge gehabt und seien daher nicht rechtzeitig aus Risikopositionen ausgestiegen. „Es reicht nicht, sich auf Top-Bonitätsnoten zu verlassen und auf die komplexe Materie zu verweisen“, argumentieren Experten. Man hätte sich die Zinsentwicklung und die Immobilienpreise in den USA und in Spanien genau ansehen und das Risikomanagement anpassen müssen, statt die Volumina zu erhöhen. Das hätten die Vorstände spätestens 2006 sehen müssen, hieß es weiter. Anlass der Ermittlungen sei keine konkrete Anzeige gewesen, man habe auf verschiedene Veröffentlichungen über die Verluste der Bank reagiert, sagte die Stuttgarter Staatsanwältin Claudia Kräuth. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, drohen den Beschuldigten zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft. Die Großrazzia im LBBW-Vorstand bleibt nicht folgenlos. Nach Auskunft von Finanzkreisen soll der Vertrag von Risikovorstand Bernhard Walter nicht verlängert werden. Seine Anstellung dürfte zum 30.4.2010 auslaufen. Üblicherweise wird die Fortsetzung der Tätigkeit als Vorstand sechs Monate vorher bekannt gegeben. „Das Thema der Vertragsverlängerung wurde immer wieder hinausgezögert, nun ist es hinfällig“, hieß es aus Kreisen der LBBW. Ob überhaupt frei werdende Vorstandsmandate neu besetzt werden, ist fraglich. Die Eigentümer diskutieren über eine Verkleinerung des Vorstandes. Bundesweit haben Fahnder gegen zahlreiche Banken – wie die BayernLB und die HSH Nordbank – ermittelt. (FAZ vom 8.1.2009 sowie HB vom 8.12.2009 und 9.12.2009) |
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